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Lebensmittelecht

Der Begriff lebensmittelecht begegnet dir überall dort, wo Materialien, Gegenstände oder Verpackungen mit Lebensmitteln in Kontakt kommen können. Gemeint ist, dass ein Produkt für diesen Kontakt geeignet ist und Lebensmittel nicht gesundheitlich bedenklich beeinflusst. Besonders wichtig ist Lebensmittelechtheit bei Küchenutensilien, Vorratsdosen, Folien, Geschirr, Maschinenbauteilen, Behältern und Verpackungen.

Was bedeutet "lebensmittelecht"?

Lebensmittelecht bedeutet, dass ein Material oder Gegenstand für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist. Lebensmittel dürfen mit dem Material in Berührung kommen, ohne dass unter normalen oder vorhersehbaren Bedingungen gesundheitlich bedenkliche Stoffe in unzulässigen Mengen auf sie übergehen. Außerdem darf ein lebensmittelechtes Material die Lebensmittel nicht negativ verändern. Das betrifft vor allem:

  • den Geschmack,

  • den Geruch,

  • das Aussehen,

  • die Zusammensetzung,

  • die gesundheitliche Unbedenklichkeit.

Ein Produkt ist also nicht allein deshalb lebensmittelecht, weil es sauber aussieht oder aus einem bekannten Material wie Kunststoff, Glas oder Papier besteht. Entscheidend ist, ob es ausdrücklich für den Lebensmittelkontakt geeignet ist.

Lebensmittelecht einfach erklärt

Einfach gesagt: Lebensmittelecht heißt, dass ein Produkt Lebensmittel berühren darf. Dabei darf das Material keine Stoffe in bedenklichen Mengen abgeben und das Lebensmittel nicht verfälschen.

Ein Beispiel: Eine Brotdose aus Kunststoff kann lebensmittelecht sein, wenn sie für Lebensmittelkontakt hergestellt wurde. Ein beliebiger Kunststoffbehälter aus dem Baumarkt ist dagegen nicht automatisch für Lebensmittel geeignet, auch wenn er ähnlich aussieht.

Ebenso kann ein Schneidebrett, eine Folie oder ein Karton für bestimmte Lebensmittel geeignet sein, aber nicht für alle. Heiße, fettige, saure oder feuchte Lebensmittel stellen oft andere Anforderungen an das Material als trockene oder kalte Lebensmittel.

Gibt es eine gesetzliche Definition von lebensmittelecht?

Eine amtliche Definition des Wortes lebensmittelecht gibt es in dieser Form nicht. Der Begriff wird im Alltag und im Handel verwendet, um die Eignung eines Materials für den Kontakt mit Lebensmitteln zu beschreiben.

Rechtlich geregelt sind jedoch sogenannte Lebensmittelkontaktmaterialien. Dabei handelt es sich um Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, direkt oder indirekt mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Die wichtigste rechtliche Grundlage in der Europäischen Union ist die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004. Sie legt fest, dass Materialien und Gegenstände unter normalen oder vorhersehbaren Verwendungsbedingungen keine Bestandteile in Mengen an Lebensmittel abgeben dürfen, die:

  • die menschliche Gesundheit gefährden,

  • die Zusammensetzung des Lebensmittels unvertretbar verändern,

  • Geruch oder Geschmack des Lebensmittels beeinträchtigen.

Damit bildet diese Verordnung die zentrale Grundlage für die Bewertung von Materialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Was sind Lebensmittelkontaktmaterialien?

Als Lebensmittelkontaktmaterialien werden alle Materialien und Gegenstände bezeichnet, die für den Kontakt mit Lebensmitteln bestimmt sind oder bei normaler Verwendung mit Lebensmitteln in Berührung kommen können. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Geschirr und Besteck,

  • Trinkflaschen und Becher,

  • Vorratsdosen und Frischhalteboxen,

  • Schneidebretter,

  • Backformen und Backpapier,

  • Frischhaltefolie und Alufolie,

  • Töpfe, Pfannen und Küchenhelfer,

  • Schläuche, Dichtungen und Behälter in der Lebensmittelproduktion,

  • Lebensmittelverpackungen,

  • Transport- und Lagerbehälter für Lebensmittel.

Lebensmittelkontaktmaterialien können aus sehr unterschiedlichen Werkstoffen bestehen. Dazu gehören unter anderem Kunststoff, Papier, Karton, Pappe, Glas, Metall, Keramik, Porzellan, Silikon, Gummi, Holz oder beschichtete Materialien.

Welches Plastik ist lebensmittelecht?

Bei Plastikverpackungen gilt neben der EU-Rahmenverordnung zusätzlich die Verordnung 10/2011/EU, die festschreibt, dass Produzenten von Kunststoffverpackungen per Migrationstest nachweisen müssen, dass eine Lebensmitteleignung vorliegt. Dafür muss der jeweilige Hersteller mit einer Konformitätserklärung die Eigenschaften der Verpackung bestätigen.

Häufige Kunststoffe im Lebensmittelkontakt sind unter anderem:

  • PE, also Polyethylen,

  • PP, also Polypropylen,

  • PET, also Polyethylenterephthalat,

  • PS, also Polystyrol.

Ob ein Kunststoff lebensmittelecht ist, hängt aber nicht nur von der Kunststoffart ab. Auch Zusatzstoffe, Farbmittel, Weichmacher, Beschichtungen, Verarbeitung und Einsatzbedingungen spielen eine wichtige Rolle.

Was bedeutet Migration?

Ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit Lebensmittelechtheit ist Migration. Damit ist der Übergang von Stoffen aus einem Material auf ein Lebensmittel gemeint. Solche Stoffe können zum Beispiel aus folgenden Bestandteilen stammen:

  • Kunststoffen

  • Beschichtungen

  • Druckfarben

  • Klebstoffen

  • Lacken

  • Weichmachern

  • Produktionshilfsmitteln.

Nicht jeder Stoffübergang ist automatisch gefährlich. Entscheidend ist, welche Stoffe in welcher Menge auf das Lebensmittel übergehen. Für bestimmte Materialien und Stoffe gibt es deshalb Grenzwerte, die eingehalten werden müssen.

Wie stark Migration auftreten kann, hängt unter anderem von diesen Faktoren ab:

  • Art des Materials

  • Art des Lebensmittels

  • Kontaktdauer

  • Temperatur

  • Fettgehalt

  • Säuregehalt

  • Feuchtigkeit

  • Kontaktfläche

  • Lagerbedingungen

  • vorgesehene Verwendung.

Deshalb kann ein Produkt für einen bestimmten Zweck lebensmittelecht sein, für einen anderen aber ungeeignet. Ein Material, das für trockene Lebensmittel verwendet werden darf, eignet sich nicht automatisch für heiße Suppen, fettige Speisen oder saure Lebensmittel.

Wie sind lebensmittelechte Produkte gekennzeichnet?

Lebensmittelechte Verpackungen werden mit dem sogenannten Glas-Gabel-Symbol markiert. Das Zeichen besagt, dass das Material für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist und es keine Schadstoffe an diese abgibt.

Das Zeichen befindet sich häufig direkt auf dem Gegenstand oder dessen Verpackung beziehungsweise Etikett. Ist das aufgrund der Größe nicht möglich, müssen Verkäufer das Zeichen unmittelbar in der Nähe anbringen, um Käufern die Lebensmittelechtheit zu signalisieren. Das gilt allerdings nicht für Produkte, zum Beispiel Geschirr, die speziell für den Lebensmittelkontakt bestimmt sind.

Glas-Gabel-Symbol

Welche Regeln gelten für bedruckte Materialien?

Der Aufdruck darf nicht mit den verpackten Waren in Kontakt kommen. Schnittkanten sollten mindestens 5 Millimeter nicht bedruckt sein. Die eingesetzte Farbe muss beständig gegen den Inhalt sein. Die verpackten Waren dürfen durch den Druck nicht beeinträchtigt werden. Außerdem dürfen die Druckfarben keinerlei schädliche Stoffe oder Anteile an die verpackten Lebensmittel abgeben.

Lebensmittelecht, lebensmittelgeeignet und lebensmittelsicher: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe lebensmittelecht, lebensmittelgeeignet, lebensmittelsicher und für Lebensmittelkontakt geeignet werden im Alltag oft ähnlich verwendet. Dennoch gibt es kleine Unterschiede.

Lebensmittelecht beschreibt allgemein, dass ein Material für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist und Lebensmittel nicht gesundheitlich bedenklich beeinflusst.

Lebensmittelgeeignet weist stärker darauf hin, dass ein Produkt für bestimmte Lebensmittel oder Anwendungen vorgesehen ist. Ein Material kann zum Beispiel für trockene Lebensmittel geeignet sein, aber nicht für fettige oder heiße Lebensmittel. Für Lebensmittelkontakt geeignet ist eine klare und praxisnahe Formulierung. Sie bedeutet, dass das Produkt dazu bestimmt ist, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Lebensmittelsicher wird oft etwas breiter verwendet. Der Begriff kann sich auf Material, Hygiene, Anwendung oder Verarbeitung beziehen.

Für dich ist wichtig:

Achte nicht nur auf das Wort „lebensmittelecht“, sondern auch auf den konkreten Einsatzzweck. Angaben wie „mikrowellengeeignet“, „für heiße Speisen geeignet“ oder „nur für trockene Lebensmittel“ können entscheidend sein.

Lebensmittelechte Verpackungen

Papier, Karton und Pappe können lebensmittelecht sein, wenn sie entsprechend hergestellt oder beschichtet wurden. Sie werden unter anderem für Servietten, Backpapier, Papiertüten, Kartons, Schalen oder Einschlagpapier genutzt. Wichtig ist, ob das Material für direkten Lebensmittelkontakt geeignet ist. Bedruckte oder recycelte Materialien sind nicht automatisch für alle Lebensmittel geeignet. Besonders feuchte, fettige oder warme Lebensmittel stellen höhere Anforderungen.