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Reißfestigkeit

Reißfestigkeit beschreibt, wie widerstandsfähig ein Material gegenüber Zugbelastung ist, bevor es reißt. Sie gibt also an, welche Kraft nötig ist, um ein Material auseinanderzureißen. Der Begriff wird häufig bei Papier, Kartons, Folien, Textilien, Kunststoffen, Klebebändern und Verpackungsmaterialien verwendet.

Was bedeutet Reißfestigkeit?

Die Reißfestigkeit ist eine Materialeigenschaft. Sie zeigt, wie gut ein Werkstoff Zugkräften standhält. Wird ein Material gezogen, gedehnt oder belastet, wirkt eine Kraft auf seine Struktur. Je höher die Reißfestigkeit ist, desto mehr Belastung kann das Material aufnehmen, bevor es reißt.

Bei Verpackungen ist die Reißfestigkeit besonders wichtig, weil Materialien beim Verpacken, Lagern, Transportieren und Öffnen verschiedenen Belastungen ausgesetzt sind. Eine Folie, ein Papier oder ein Klebeband sollte nicht sofort reißen, wenn daran gezogen wird oder wenn das Packgut Druck ausübt.

Wie wird Reißfestigkeit gemessen?

Die Reißfestigkeit wird in der Regel mit speziellen Prüfgeräten gemessen. Dabei wird ein Materialstreifen eingespannt und so lange auseinandergezogen, bis er reißt. Gemessen wird, welche Kraft dafür erforderlich war.

Je nach Material und Prüfverfahren können unterschiedliche Werte angegeben werden, zum Beispiel in:

  • Newton

  • Newton pro Millimeter

  • Kilonewton pro Meter

  • Megapascal

Bei Papier, Folien oder Klebebändern ist außerdem wichtig, in welche Richtung geprüft wird. Materialien können längs und quer unterschiedlich reißfest sein, je nachdem, wie Fasern oder Molekülketten ausgerichtet sind.

Reißfestigkeit und Weiterreißfestigkeit: Was ist der Unterschied?

Reißfestigkeit und Weiterreißfestigkeit werden häufig verwechselt. Sie beschreiben aber nicht genau dasselbe.

Die Reißfestigkeit gibt an, welche Kraft nötig ist, um ein unbeschädigtes Material zum Reißen zu bringen.

Die Weiterreißfestigkeit beschreibt, wie leicht sich ein bereits eingerissenes Material weiter aufreißen lässt.

Ein Material kann also sehr reißfest sein, aber nach einem kleinen Einschnitt trotzdem leicht weiterreißen. Deshalb sind beide Werte wichtig, besonders bei Folien, Säcken, Klebebändern und Verpackungen.

Warum ist Reißfestigkeit bei Verpackungen wichtig?

Im Verpackungsbereich sorgt eine ausreichende Reißfestigkeit dafür, dass Materialien zuverlässig funktionieren. Verpackungen werden bewegt, gestapelt, gezogen, geklebt, gedehnt und manchmal stark beansprucht.

Eine zu geringe Reißfestigkeit kann dazu führen, dass Verpackungen beschädigt werden, Folien reißen, Beutel aufplatzen oder Klebebänder beim Abrollen einreißen. Dadurch kann Ware beschädigt werden oder die Verpackung ihre Schutzfunktion verlieren.