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Vollpappe

Vollpappe ist ein stabiles Verpackungs- und Kartonmaterial, das aus vollflächigem, massivem Fasermaterial besteht. Im Unterschied zu Wellpappe besitzt Vollpappe keine Wellenstruktur, sondern eine dichte und gleichmäßige Oberfläche. Dadurch ist sie besonders fest, robust und widerstandsfähig gegen Durchstoßen. In der Verpackungsbranche wird Vollpappe unter anderem für Faltschachteln, Stülpkartons, Zwischenlagen, Trennwände, Zuschnitte und stabile Kartonagen verwendet.

Was ist Vollpappe?

Unter dem Begriff Vollpappe versteht man massive Pappen, die aus einer oder mehreren vollflächigen Materiallagen bestehen. Die Bezeichnung ergibt sich aus dem Aufbau: Vollpappe ist nicht hohl oder gewellt, sondern durchgehend gefüllt. Meist wird sie aus Papierfasern hergestellt, häufig aus Altpapier.

Im Vergleich zu anderen Pappenarten zeichnet sich Vollpappe durch eine hohe Dichte, eine homogene Struktur und eine glatte Oberfläche aus. Dadurch wirkt sie kompakt, stabil und hochwertig. Gleichzeitig ist sie schwerer als Wellpappe, weil keine luftige Wellenstruktur im Inneren vorhanden ist. Vollpappe wird oft dort eingesetzt, wo Verpackungen, Zwischenlagen oder Zuschnitte besonders formstabil und durchstoßfest sein sollen.

Ein einfaches Beispiel: Ein klassischer Versandkarton besteht häufig aus Wellpappe, weil diese bei relativ geringem Gewicht gut polstert. Eine stabile Zwischenlage, eine hochwertige Faltschachtel oder ein Stülpkarton kann dagegen aus Vollpappe bestehen, weil hier eine feste, glatte und robuste Materialstruktur gefragt ist.

Kurz gesagt:

Vollpappe ist dichter, glatter und schwerer als Wellpappe, dafür aber besonders stabil und gut weiterzuverarbeiten.

Woraus besteht Vollpappe?

Vollpappe besteht hauptsächlich aus Papierfasern. Je nach Art der Pappe können Frischfasern, Recyclingfasern oder Mischungen aus beiden verwendet werden. In der Verpackungsbranche ist besonders Graupappe verbreitet. Sie wird in der Regel vollständig oder überwiegend aus Altpapier hergestellt. Die eingesetzten Rohstoffe beeinflussen unter anderem:

  • Farbe

  • Festigkeit

  • Oberfläche

  • Gewicht

  • Bedruckbarkeit

  • Weiterverarbeitung

  • Einsatzbereich.

Neben Graupappe gibt es auch weitere Formen von Vollpappe, zum Beispiel weiße Vollpappe, Hartpappe, Chromokarton oder kaschierte Pappen. Diese unterscheiden sich durch Materialaufbau, Oberfläche, Optik und Verwendungszweck.

Welche Eigenschaften hat Vollpappe?

Vollpappe besitzt eine Reihe von Eigenschaften, die sie für viele Anwendungen interessant machen. Besonders wichtig sind ihre feste Struktur und ihre hohe Dichte. Typische Eigenschaften von Vollpappe sind:

  • massive, vollflächige Materialstruktur

  • hohe Dichte

  • glatte Oberfläche

  • gute Formstabilität

  • gute Durchstoßfestigkeit

  • gute Bedruckbarkeit

  • gute Stanz- und Rillfähigkeit

  • vielseitige Weiterverarbeitung

  • hohe Stabilität bei kompakter Materialstärke.

Das Flächengewicht von Vollpappe liegt häufig zwischen etwa 500 und 3.000 g/m². Die Stärke kann je nach Ausführung ungefähr 0,5 bis 4 Millimeter betragen. Dadurch ist Vollpappe deutlich stabiler als viele leichtere Papier- oder Kartonqualitäten.

Der Nachteil: Durch ihre dichte Struktur bringt Vollpappe mehr Gewicht mit. Beim Versand kann das relevant sein, weil ein höheres Verpackungsgewicht die Versandkosten beeinflussen kann.

Wie wird Vollpappe hergestellt?

Bei der Herstellung von Vollpappe werden Papierfasern aufbereitet, zu Bahnen oder Lagen geformt und anschließend verdichtet, getrocknet und weiterverarbeitet. Je nach gewünschter Qualität und Stärke kommen unterschiedliche Herstellungsverfahren zum Einsatz.

Grundsätzlich gibt es drei wichtige Herstellungsarten:

Einlagige Vollpappe: Hier besteht die Pappe aus einer einzigen, durchgehenden Lage. Sie wird vor allem bei einfacheren Anwendungen oder geringeren Materialstärken eingesetzt.

Mehrlagige Vollpappe durch Gautschen: Beim sogenannten Gautschen werden mehrere noch feuchte Papierlagen miteinander verbunden. Dadurch entsteht eine mehrlagige, feste Pappe. Man spricht dann auch von gegautschter Pappe.

Mehrschichtige Vollpappe durch Verkleben: Bei diesem Verfahren werden einzelne Papp- oder Papierlagen miteinander verklebt. So lassen sich bestimmte Stärken, Oberflächen oder Materialeigenschaften gezielt herstellen.

Je nach Verarbeitung kann Vollpappe zusätzlich geglättet, kaschiert, beschichtet, bedruckt, gestanzt, gerillt oder perforiert werden.

Welche Arten von Vollpappe gibt es?

Vollpappe ist ein Oberbegriff für verschiedene massive Pappen. Die jeweilige Art hängt vor allem vom Rohstoff, vom Aufbau und von der Oberfläche ab.

Graupappe

Graupappe ist eine der bekanntesten Arten von Vollpappe. Sie besteht meist aus Recyclingfasern beziehungsweise Altpapier und besitzt eine graue bis bräunliche Farbe. Sie wird häufig für Zwischenlagen, Rückwände, Schachteln, Ordner, Buchbinderarbeiten, Unterlagen, Zuschnitte und stabile Verpackungselemente eingesetzt. Graupappe ist robust, preislich attraktiv und vielseitig verwendbar.

Weiße Vollpappe

Weiße Vollpappe besitzt eine hellere, oft glattere Oberfläche. Sie eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen Optik und Bedruckbarkeit wichtig sind. Sie wird zum Beispiel für Präsentationsverpackungen, Faltschachteln, Produktverpackungen oder Displays genutzt.

Hartpappe

Hartpappe ist besonders fest und widerstandsfähig. Sie wird verwendet, wenn hohe Stabilität gefragt ist, etwa bei Schutzlagen, technischen Zuschnitten, Mappen, Koffern, Rückwänden oder industriellen Anwendungen.

Kaschierte Vollpappe

Bei kaschierter Vollpappe wird die Oberfläche mit einem weiteren Material verbunden. Das kann Papier, Folie, Kunststoff, PE-Beschichtung oder ein anderer Verbundstoff sein. Durch das Kaschieren können bestimmte Eigenschaften verbessert werden, zum Beispiel:

  • Optik

  • Bedruckbarkeit

  • Feuchtigkeitsbeständigkeit

  • Reißfestigkeit

  • Oberflächenschutz

  • Barrierewirkung

Eine PE-Beschichtung kann Vollpappe beispielsweise wasserabweisender machen. Dadurch lässt sich das Material für spezielle Verpackungsanwendungen anpassen.

Vollpappe oder Wellpappe: Was ist der Unterschied?

Der wichtigste Unterschied zwischen Vollpappe und Wellpappe liegt im Aufbau. Vollpappe besteht aus massivem, vollflächigem Material. Sie ist dicht, glatt, kompakt und durchstoßfest. Wellpappe besitzt eine oder mehrere gewellte Papierbahnen im Inneren. Diese Wellenstruktur sorgt für ein gutes Verhältnis aus Stabilität und geringem Gewicht. Außerdem wirkt sie leicht polsternd. Vollpappe ist dadurch meist: dichter, schwerer, glatter, kompakter, besser für präzise Stanzungen geeignet, gut bedruckbar und widerstandsfähig gegen Durchstoßen.

Welche Pappe besser geeignet ist, hängt also vom Einsatz ab. Für Versandkartons wird oft Wellpappe verwendet. Für Zwischenlagen, Faltschachteln, Stülpkartons, Produktverpackungen oder stabile Zuschnitte kann Vollpappe die bessere Wahl sein.

Wie wird Vollpappe eingesetzt?

Die glatte Oberfläche von Vollpappe ermöglicht beste Voraussetzungen für den Druck und das Kaschieren der Pappe: Grau- und Vollpappe lassen besonders effektiv und vor allem leicht bedrucken und mit Verbundstoffen kaschieren – auf diese Weise wird die Pappe beispielsweise per PE-Beschichtung wasserabweisend.

Für den Verpackungsprozess kann die Pappe über Stanzungen, Einritzen und Perforation in bestimmte Formen gebracht werden: Dann wird die Vollpappe zur robusten Faltschachtel oder zum praktischen Stülpkarton.

Außerdem eignet sich Vollpappe ideal als Zwischenlage. Die stabile Pappe trennt Packgüter in Kartons oder stabilisiert Kisten oder Kartonagen, die auf Paletten gestapelt werden.