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Vorspannkraft

Die Vorspannkraft ist ein wichtiger Begriff aus der Ladungssicherung. Sie beschreibt die Kraft, die entsteht, wenn ein Zurrgurt oder Spanngurt gespannt wird. Durch diese Spannung wird die Ladung auf die Ladefläche gedrückt. Dadurch erhöht sich die Reibung zwischen Ladung und Untergrund, sodass das Packgut während des Transports weniger leicht verrutschen, kippen oder umfallen kann.

Was bedeutet Vorspannkraft?

Die Vorspannkraft ist die Kraft, die beim Anziehen eines Spanngurts entsteht. Sie wirkt über den Gurt auf die Ladung und presst diese nach unten auf die Ladefläche.

Besonders wichtig ist die Vorspannkraft beim sogenannten Niederzurren. Dabei wird die Ladung nicht direkt blockiert, sondern durch den Druck des Gurtes stärker auf die Ladefläche gepresst. Je höher die Reibung zwischen Ladefläche und Ladung ist, desto besser bleibt das Ladegut an seinem Platz.

Ist die Vorspannkraft zu gering, kann die Ladung trotz Spanngurt verrutschen. Das kann zu Warenschäden, beschädigten Verpackungen oder gefährlichen Situationen im Straßenverkehr führen.

Was bedeutet STF?

Die Vorspannkraft wird bei Spanngurten häufig mit STF angegeben. STF steht für "Standard Tension Force". Auf Deutsch bedeutet das sinngemäß „normale Vorspannkraft“.

Der STF-Wert gibt an, welche Vorspannkraft mit einem Spanngurt bei sachgemäßer Anwendung erreicht werden kann. Du findest diesen Wert auf dem Label des Spanngurts. Gerade beim Niederzurren ist der STF-Wert wichtig, weil er zeigt, wie viel Spannung der Gurt aufbauen kann. Je nach Ladung, Gewicht, Reibwert und Zurrwinkel kann ein höherer oder niedrigerer STF-Wert erforderlich sein.

Was bedeutet SHF?

Neben dem STF-Wert findest du auf vielen Spanngurten auch die Angabe SHF. Diese Abkürzung steht für "Standard Hand Force". Die SHF beschreibt die normale Handkraft, mit der die Ratsche betätigt wird. Häufig liegt dieser Wert bei 50 daN. Der STF-Wert wird also unter einer festgelegten Handkraft ermittelt. Wichtig ist: Eine Ratsche sollte nicht mit Rohren, Verlängerungen oder anderen Hilfsmitteln stärker angezogen werden, wenn das nicht ausdrücklich erlaubt ist. Dadurch können Gurt, Ratsche, Zurrpunkte oder Ladung beschädigt werden.

Wie wird die Vorspannkraft gekennzeichnet?

Der STF-Wert beziehungsweise die Vorspannkraft eines Gurtes findet man immer auf einem angebrachten Label am Gurt. Das ist über die Norm DIN EN 12196 Teil 2 geregelt. Nur mit einer solchen Kennzeichnung ist der Gurt für eine Ladungssicherung zulässig. Den Wert ermitteln unabhängige Prüfstellen und bestätigen ihn mit einem GS-Zeichen.

Wo steht die Vorspannkraft beim Spanngurt?

Die Vorspannkraft steht auf dem Etikett beziehungsweise Label des Spanngurts. Dort findest du den STF-Wert. Zusätzlich enthält das Label meist weitere wichtige Angaben zur Verwendung des Gurtes. Dazu gehören zum Beispiel:

  • STF für die Vorspannkraft

  • SHF für die Handkraft

  • LC für die zulässige Zurrkraft

  • Länge des Gurtes

  • Material

  • Herstellerangaben

  • Normangabe

Für die Ladungssicherung sollten nur Spanngurte verwendet werden, deren Label vorhanden und gut lesbar ist. Ist das Etikett nicht mehr lesbar oder fehlt es, lässt sich nicht zuverlässig erkennen, ob der Gurt für den Einsatz geeignet ist.

Bei Zurrgurten ist in diesem Zusammenhang vor allem die DIN EN 12195-2 relevant. Sie beschreibt Anforderungen an Zurrgurte aus Chemiefasern zur Ladungssicherung.

STF und LC: Was ist der Unterschied?

STF und LC werden häufig verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Werte.

STF steht für die Vorspannkraft. Dieser Wert ist besonders beim Niederzurren wichtig, weil dort die Spannung im Gurt und die dadurch erhöhte Reibung entscheidend sind.

LC steht für Lashing Capacity, also die zulässige Zurrkraft. Sie beschreibt, wie stark ein Zurrgurt belastet werden darf. Die LC ist besonders beim Direktzurren wichtig, bei dem die Ladung durch die Gurte direkt gegen Bewegung gesichert wird.

Kurz gesagt:

STF = Spannung, die beim Anziehen entsteht.
LC = maximale zulässige Belastung des Gurtes beim Zurren.

Beide Angaben sind wichtig, dürfen aber nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Muss man die Vorspannkraft vor dem Transport prüfen?

Vor jedem Transport von Waren und Gütern sind alle Beteiligten, die das Packgut bewegen, dazu verpflichtet für eine ordnungsgemäße Ladungssicherung zu sorgen. Das beschreibt unter anderem der erste Paragraf der Straßenverkehrsordnung. Dieser besagt, dass sich alle Verkehrsteilnehmer so verhalten müssen, dass niemand anderes geschädigt, gefährdet, behindert oder unnötig belästigt wird.

Um sicherzustellen, dass die Vorspannkraft ausreichend gegeben ist, eignet sich ein sogenanntes Vorspannmessgerät. Auch ein manueller Fingertest kann Aufschluss geben: Klingt der Spanngurt nach dem Anheben wie eine gespannte Gitarrenseite, ist die Spannkraft ausreichend.